Zentrale Gewebe Biobank USZ

Das UniversitätsSpital Zürich (USZ) hat den Auftrag, die Bevölkerung optimal zu behandeln und zu versorgen. Um dies auch in Zukunft zu gewährleisten, ist es erforderlich, mit Hilfe der medizinischen Forschung Diagnostik, Behandlung und Therapie ständig zu optimieren.
Eine überaus wichtige Ressource für die Untersuchung von Erkrankungen sind Gewebeproben, welche aus diagnostischen und therapeutischen Gründen Patienten entnommen wurden.

In der zentralen Gewebe-Biobank des USZ befinden sich sowohl Formalin fixierte, aber auch unfixierte und tiefgefrorene Gewebeproben gelagert werden. Parallel sind die entsprechenden pathologischen Befunde in verschlüsselter Form in einer Datenbank erfasst. Die Gewebe-Biobank wird sowohl für diagnostische Fragestellungen, Forschungsprojekte als auch für klinische Studien benützt, um dem Auftrag des USZ nachzukommen.

Die zentrale Gewebe-Biobank unterstützt translationale Krebsforschungsprojekte des University Research Priority Programms (URPP) (www.cancer.uzh.ch) und des Kompetenzzentrums für Personalisierte Medizin (CC-PM) (www.cc-pm.uzh.ch).
Über 200 Gewebechips (TMAs) mit Gewebestanzen von 40'000 PatientInnen wurden generiert. Die grössten TMAs bestehen aus Mammakarzinomen (>2000 Proben), Lungenkarzinomen (>1000) und Nierenzellkarzinomen (>1000). 4500 immunhistochemisch gefärbte TMAs wurden elektronisch archiviert. Ausserdem werden etwa 16'000 Gewebeproben von über 9000 PatientInnen tiefgefroren gelagert. 75 authentifizierte Tumorzelllinien sowie 50 primäre Tumorzellkulturen stehen ebenfalls zur Verfügung.


tissue_patients.jpg 

Patientenaufklärung und -einwilligung

Patientenaufklärung und -einwilligung

Für die Aufbewahrung und Weiterverwendung von biologischem Material und von Daten für die biomedizinische Forschung am UniversitätsSpital Zürich bedarf es der Aufklärung der PatientInnen. Hierzu werden die PatientInnen über ihre Rechte, die Bedeutung ihrer Einwilligung sowie über eventuelle Nutzung ihrer Gewebeproben und Daten für zukünftige Forschungsprojekte informiert.

Mit der Unterzeichnung des Einwilligungsformulars gibt der Patient seine Zustimmung, seine Gewebeprobe(n) in der Gewebe-Biobank lagern und diese zusammen mit seinen Daten für zukünftige Forschungsprojekte nützen zu dürfen.

Patientenaufklärung und Einwilligung (PDF)

Gesetze, Reglement und Ethik

Gesetze, Reglement und Ethik


Für die Forschung mit in der Gewebe-Biobank gelagerten Gewebeproben gelten das Patientinnen- und Patientengesetz des Kantons Zürich  (http://www2.zhlex.zh.ch/Appl/zhlex_r.nsf/0/0672AD30D614A770C1256ED00042BDFD/$file/813.13.pdf) sowie die im Bundesgesetz über die Forschung am Menschen (http://www.bag.admin.ch/themen/medizin/00701/00702/07558/ ) dargelegten Bestimmungen.

Gemäss HFG wurde ein Reglement erstellt, welches die wesentlichen Punkte für den Betrieb der Gewebe-Biobank (Personal, Strukturen, Qualitätssicherungssystem, Gewährleistung des Datenschutzes, Schutz der Persönlichkeitsrechte) regelt.

Nach gesetzlicher Bestimmung muss jedes Forschungsprojekt, bei dem Gewebeproben und Patientendaten aus der Gewebe-Biobank angefordert werden, zuvor von der Kantonalen Ethikkommission des Kantons Zürich bewilligt werden.  (http://www.kek.zh.ch/internet/gesundheitsdirektion/kek/de/home.html)

Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement

Als Teil des Instituts für Klinische Pathologie ist die Gewebe-Biobank akkreditiert (Urkunde). Zur Die Standardisierung der Prozesse bezüglich Handhabung von menschlichem Gewebe ist Voraussetzung für die Qualitätssicherung in der Gewebe-Biobank.
 
Das Qualitätsmanagement der Gewebe-Biobank umfasst im Wesentlichen drei Hauptprozesse:

A) Herstellung von Gewebe- und Zellmikroarrays
B) Sammeln und Lagern von gefrorenen Gewebeproben und primären Tumorzellkulturen
C) Herausgabe von Gewebeproben und -daten

A) Herstellung von Gewebe- und Zellmikroarrays (TMAs und CMAs)
 

Um die meist durch Experimente mit Zelllinien oder Tiermodellen gewonnenen Erkenntnisse von Krankheiten für Patienten nutzen zu können, sind Untersuchungen von zahlreichen menschlichen Geweben notwendig. Analysen von  Gewebeproben auf Gewebechips (Tissue Microarrays) verknüpft mit pathologischen und klinischen Daten ermöglichen eine rasche Identifizierung von potentiellen Biomarkern für Krankheiten. Dies trägt dazu bei, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten zu optimieren.

Neben TMAs können auch Zellblöcke von Zellkulturen für die Herstellung von Zellchips (Cell Microarrays) verwendet werden. Kombinationen von Zellkulturen und Gewebe derselben Patienten können dadurch generiert und für weitere Tests und Validierungen herangezogen werden. CMAs eignen sich auch sehr gut für immunhistochemische Antikörpertestungen an Paraffinmaterial, was einer unnützen Verschwendung von wertvollem Gewebematerial entgegenkommt.

B) Sammeln und Lagern von gefrorenen Gewebeproben und primären Tumorzellkulturen
  

Da Formalin Nukleinsäuren in Gewebezellen chemisch modifiziert und zersetzt, sind die Möglichkeiten für molekulare Analysen von DNA oder RNA eingeschränkt. Es ist daher wichtig, Gewebeproben auch in unfixiertem, gefrorenem Zustand aufzubewahren. Die hochmolekularen Strukturen von DNA, RNA und Proteinen werden dadurch wenig verändert, was für molekularbiologische Untersuchungen von enormer Bedeutung ist. In der Gewebe-Biobank werden Gewebeproben tiefgekühlt gelagert, welche bestimmte Qualitätskriterien (z.B. Morphologie, Biopsiegrösse, Anteil Tumorzellen) erfüllen. Dadurch werden Qualitätsansprüche an Gewebeproben bei zukünftigen Forschungsprojekten berücksichtigt.

Für die meisten Zellkulturen von Primärtumoren wurden mittlerweile Protokolle etabliert. Dies schliesst vor allem Zellkulturen von Krebspatienten ein, welche mit zielgerichtetenTherapien behandelt werden. Früh passagierte Zellkulturen werden von Tumorgeweben generiert, um Tumorheterogenität oder die Wirkung von Therapeutika zu untersuchen. 
  
C) Herausgabe von Gewebeproben und -daten

Die in Datenbanken gespeicherte Dokumentation von Gewebeproben und Gewebechips sind wichtige Voraussetzungen für deren Nutzung zu Forschungszwecken. Die Herausgabe von Gewebeproben und -daten erfolgt nach einem standardisierten Prozess, bei dem wissenschaftliche, rechtliche und ethische Aspekte berücksichtigt werden. 

Das Antragsformular für Gewebeproben und Serviceleistungen finden Sie unter folgendem Link:
7FO-Projektantrag Reviewboard-AD

 

Kontakt

Kontakt

 
Leitung
PD Dr. phil II Peter Schraml ( CV)
+41 44 255 2114
peter.schraml@usz.ch

                    

Biomedizinische Analytikerin HF
Frau Susanne Dettwiler
+41 44 255 2735
susanne.dettwiler@usz.ch

 

Biomedizinische Assistentin:
Fabiola Prutek
+41 44 255 2735
fabiola.prutek@usz.ch

Biomedizinische Assistentin:
Christiane Mittmann
+41 44 255 5175
christiane.mittmann@usz.ch

Technischer Assistent
Edward Kenneth Fritz
Edwardkenneth.fritz@usz.ch


Steering Committee

Prof. Dr. med. Holger Moch
Prof. Dr. med. Gregor Zünd
Publikationen + Links

Publikationen + Links

Ruf M, Mittmann C, Nowicka AM, Hartmann A, Hermanns T, Poyet C, van den Broek M, Sulser T, Moch H, Schraml P (2015)
pVHL/HIF-regulated CD70 expression is associated with infiltration of CD27+ lymphocytes and increased serum levels of soluble CD27 in clear cell renal cell carcinoma.
Clin Cancer Res  21(4): 889-98
 
Pflueger D, Mittmann C, Dehler S, Rubin MA, Moch H, Schraml P (2015)
Functional characterization of BC039389-GATM and KLK4-KRSP1 chimeric read-through transcripts which are up-regulated in renal cell cancer.
BMC genomics 16: 247
 
Dannenmann SR, Thielicke J, Stockli M, Matter C, von Boehmer L, Cecconi V, Hermanns T, Hefermehl L, Schraml P, Moch H, Knuth A, van den Broek M (2013)
Tumor-associated macrophages subvert T-cell function and correlate with reduced survival in clear cell renal cell carcinoma.
Oncoimmunology 2(3): e23562
 
Casagrande S, Ruf M, Rechsteiner M, Morra L, Brun-Schmid S, von Teichman A, Krek W, Schraml P, Moch H (2013)
The protein tyrosine phosphatase receptor type J is regulated by the pVHL-HIF axis in clear cell renal cell carcinoma.
The Journal of Pathology 229(4): 525-34
 
von Teichman A, Storz M, Dettwiler S, Moch H, Schraml P (2012)
Whole genome and transcriptome amplification: practicable tools for sustainable tissue biobanking?
Virchows Archiv  461(5): 571-80
 
Theurillat JP, Metzler SC, Henzi N, Djouder N, Helbling M, Zimmermann AK, Jacob F, Soltermann A, Caduff R, Heinzelmann-Schwarz V, Moch H, Krek W (2011)
URI Is an Oncogene Amplified in Ovarian Cancer Cells and Is Required for Their Survival.
Cancer Cell 19(3): 317-32.
 
Dahinden C, Ingold B, Wild P, Boysen G, Luu VD, Montani M, Kristiansen G, Sulser T, Buhlmann P, Moch H, Schraml P (2010)
Mining tissue microarray data to uncover combinations of biomarker expression patterns that improve intermediate staging and grading of clear cell renal cell cancer.
Clin Cancer Res 16(1): 88-98
 
Haybaeck J, Zeller N, Wolf MJ, Weber A, Wagner U, Kurrer MO, Bremer J, Iezzi G, Graf R, Clavien PA, Thimme R, Blum H, Nedospasov SA, Zatloukal K, Ramzan M, Ciesek S, Pietschmann T, Marche PN, Karin M, Kopf M, Browning JL, Aguzzi A, Heikenwalder M (2009)
A lymphotoxin-driven pathway to hepatocellular carcinoma.
Cancer Cell 16(4): 295-308
 
Steu S, Baucamp M, von Dach G, Bawohl M, Dettwiler S, Storz M, Moch H, Schraml P (2008)
A procedure for tissue freezing and processing applicable to both intra-operative frozen section diagnosis and tissue banking in surgical pathology.
Virchows Arch 452(3): 305-12

Storz M, Moch H (2008)
Tissue Microarrays and Biomarker Validation.
In Molecular Genetic Pathology: 133-140.

Schraml P (2006)
Tissue banks for molecular diagnostics.
Ther Umsch 63(4): 267-71.

Weitere links

ISBER http://www.isber.org/
Biobank Suisse http://www.biobank-suisse.ch/
BBMRI http://www.bbmri.eu/
TuBaFrost http://www.tubafrost.org/
ISBER Guidelines http://online.liebertpub.com/doi/pdfplus/10.1089/bio.2012.1022
NCI http://biospecimens.cancer.gov/programs/cahub/default.asp